Pfarrer Ernst Senckel (1836–1912) – Begründer des Schulsparens in Deutschland
Ernst Friedrich Gottlieb Senckel übernahm 1867 die Pfarrstelle in Hohenwalde/Markendorf, dem heutigen Frankfurter Ortsteil Hohenwalde. Dort ließ er die Kirchen in Markendorf und Hohenwalde restaurieren und baute an seiner Schule eine Sonntagsschule, einen Leseverein und eine Volksbibliothek auf. Sein wichtigstes Vermächtnis: Am 1. April 1867 gründete er in Hohenwalde eine Schulsparkasse – die erste in Brandenburg und eine der ersten in Deutschland überhaupt. Damit sollten Kinder frühzeitig lernen, einen Teil ihres Verdienstes zurückzulegen.
1880 gründete Senckel den „Verein für Jugendsparkassen in Deutschland" und leitete ihn über Jahre als Geschäftsführer. Bis 1905 arbeiteten bereits rund 5.000 Jugend- und Schulsparkassen deutschlandweit nach seinem Vorbild – ein Netzwerk, das ihm 1906 die Verleihung des Roten Adlerordens IV. Klasse durch Kaiser Wilhelm II. einbrachte und ihm posthum den Titel „Vater des deutschen Schulsparens" verschaffte. Senckel dichtete und komponierte zudem Kirchenlieder und verfasste Schriften zu Spar- und Erziehungsthemen.
Er starb am 29. Oktober 1912 in Hohenwalde. Die Stadt Frankfurt (Oder) benannte eine Straße in Hohenwalde nach ihm; sein Grab auf dem Hohenwalder Friedhof steht seit 2006 unter Denkmalschutz. 2017 widmete ihm das Museum Viadrina eine Kabinettausstellung, 2020 wurde zum 140. Jahrestag der Vereinsgründung ein Gedenkstein eingeweiht.
Die Erinnerungstafel für Ernst Senckel ist die 13. Tafel im Rahmen des Erinnerungstafel-Programms der Netzwerkstatt Frankfurt (Oder). Die Finanzierung wurde von der Sparkasse Oder-Spree als Sponsor übernommen.
