Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke
Förderung Konzerthalle Frankfurt (Oder)
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Herr Dr. Woidke,
die Frankfurter Netzwerkstatt ist eine Gruppe gut vernetzter Frankfurter im Ruhestand, die sich mit Rat und Tat für eine gute Entwicklung ihrer Heimatstadt einsetzen.
In deren Auftrag schreibe ich Ihnen diesen Brief, weil ich auf unsere langjährige und gegenseitige Wertschätzung (und deshalb ggf. höhere Resonanz) verwiesen hatte.
Bei einer Anhörung des Intendanten des Brandenburgischen Staatsorchesters, des Geschäftsführers der Frankfurter Messe- und Veranstaltungs-GmbH sowie des Oberbürgermeisters wurden wir über die akuten Probleme bei der dringend erforderlichen Sanierung der Spielstätte des Staatsorchesters (der Frankfurter Konzerthalle) informiert.
Dabei stand besonders der erwartete rechtsverbindliche Förderbescheid für die Sanierung der Konzerthalle im Mittelpunkt - trotz mündlicher Zusage der ILB; der Förderantrag wurde bereits im Oktober 2023 gestellt und unter der Antragsnummer 80268647 bei der ILB registriert)
Naturgemäß gehen die Vorlaufzeiten für Konzerte (unterdessen hat sich das Brandenburgische Staatsorchester auch zu einem international gefragten Klangkörper entwickelt, der die Bekanntheit und das Ansehen unseres Bundeslandes in die Welt trägt) über Einjahresplanungen hinaus. Insbesondere auswärtige Konzerte sind nur über eine lange Vorlaufzeit verlässlich auch für den „Besteller“ abzusichern.
Andererseits können Ausschreibungen für Bauleistungen (die sich zunehmend verteuern) erst nach einem rechtssicheren Förderbescheid erfolgen. Genau an diesem Förderbescheid fehlt es bisher und alle Planungen und Aktivitäten der Stadt müssen ruhen.
Dies bringt nicht nur eine große Unsicherheit bei der Planung und Vermarktungsmöglichkeit für das Orchester, sondern auch für die Gastspielstätten während der Bauzeit, nämlich für die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft (Kleistforum, Messehallen). Letztere muss für die Zeit der Sanierung der Konzerthallen sowieso auf eigene und Umsatz bringende Veranstaltungen wegen der Nutzung ihrer Räume verzichten. Die beschriebenen Abhängigkeiten und Verzögerungen versetzen Stadtverwaltung, Staatsorchester und Veranstaltungsgesellschaft und nicht zuletzt uns, als Teil der Zivilgesellschaft, in große Sorge, dass das Orchester ideellen und künstlerischen Schaden leidet, die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft wegen verminderter Angebote an Attraktivität verliert und wir, die Stadt selbst, die notwendigen Aufgaben wegen des Zeitverzuges finanziell nicht mehr bewältigen können.
Ich bin fest überzeugt, dass Sie unsere Sorge nachvollziehen können und uns helfen wollen. Von daher kommt meine, unsere Bitte an Sie:
Nutzen Sie als Ministerpräsident bitte Ihre Möglichkeiten, auf einen zeitnah übermittelten Förderbescheid Einfluss zu nehmen. Ggf. wäre die Stadt auch mit dafür erforderlichen Sonderabsprachen oder -regelungen bereit, wenn diese zu einer rechtlich verbindlichen Zusicherung der Zahlung führen könnten.
Herzliche Grüße
Ihr Martin Patzelt
z.Ktn.
Ministerin für Kultur- und Medien, Dr. Manja Schüle
Oberbürgermeister, René Wilke
Geschäftsführung Messe und Veranstaltungs-Gesellschaft, Sven Tietze
Intendanz Staatsorchester, Roland Ott